Nebelschwaden ziehen durch die in rotes Licht gehüllte Location. Mitten auf der Bühne auf einem Podest ins Scheinwerferlicht getaucht ein Schlagzeug. Drumherum, fein säuberlich drapiert, ein Keyboard und diverse Gitarren.  Man erkennt wie der ein oder andere Besucher einen kurzen, prüfenden Blick auf seine Eintrittkarte wirft. Wären auf der Bass Drum des Schlagzeugs nicht die Initialen OH sowie dieser kleine Schriftzug mit dem komplett ausgeschriebenen Namen zu lesen, könnte man man meinen, man wäre auf der falschen Veranstaltung. 

Hier erinnert nichts an die üblichen Schlager-Veranstaltungen. Hier erinnert nichts an die üblichen „Die Musik kommt definitiv vom Band, hoffentlich singt wenigstens der Künstler live“-Veranstaltungen. Hier wird, das ist eindeutig zu erkennen, absolut Live gespielt.

Olaf Henning Live mit BandUnd trotzdem ist hier Schlager. Rock-Schlager!

Eine mutige Metamorphose eines Sängers, dessen Musik bisher im wesentlichen der Pop und Party Szene zuzuordnen war. Ein mutiger Versuch den bekannten und beliebten Titeln ein neues Gewand zu geben.

Ein Versuch, das darf man vorweg nehmen, der definitiv gelungen ist! Denn Olaf Henning hat die Zeche in Bochum gerockt!

Olaf Henning ist zum dritten Mal in der Zeche aber dieser Auftritt lässt sich am besten mit einem seiner Titel beschreiben: „Ungewöhnlich außergewöhnlich“! Schließlich soll das Konzert in der Zeche Bochum für ihn und seine Band eine erste Probe für eine Konzerttournee im Herbst durch ganz Deutschland sein.

Olaf Henning wird begleitet von seiner Band. Schlagzeug, Keyboard, Bass und zwei Gitarren. Seine Musiker überzeugen durch große Spielfreude und reihen sich bei vielen Passagen auch in die Vocals ein. Dadurch ergibt sich zusammen mit der Stimme von Olaf Henning ein angenehmer, melodischer, mehrstimmiger Gesang.

Das Konzert hat die Atmosphäre eines Club Konzertes. Es ist recht gut gefüllt und doch irgendwie familiär. So begrüßt Olaf Henning die Gäste in der ersten Reihe  persönlich und fragt woher sie angereist sind. Sie kommen aus Hamburg, Köln, Wanne-Eickel, Osnabrück und natürlich aus aus Bochum. Alles seine Lieblingsstädte, sagt er.

Bei der Setlist des Konzertes spannt Henning gekonnt den Bogen zwischen schnellen, mit viel Dampf und Druck gespielten rockigen Versionen seiner Partyschlager sowie langsamen, gefühlvoll als Balladen interpretierten Versionen seiner großen Hits. Er führt sein Publikum durch eine gelungene Dramaturgie mit rockiger Party-Musik und Kuschelrock-Atmosphäre mit Feuerzeug-Romantik. Power-Versionen mit knallende Gitarrenriffs wie „Du bist wieder da“ wechseln gekonnt mit gefühlvoll interpretierten Titeln wie „Für heute, für morgen, für immer“ bei denen Henning nur vom Piano begleitet wird.

Die Reaktion des Publikums zeigt, dass dieser Musikmix super ankommt.
Es scheint, als hätte sich das Publikum danach gesehnt, anstatt des üblichen Popschlager „Einheits-Beats“ etwas Neues zu hören. Es scheint, als wäre Hennings aktuelle CD „Alles was ich immer wollte“ genau das, was das Publikum schon immer wollte.

Dass es genau das ist, was Olaf Henning schon immer wollte, sieht man ihm definitiv an. Seine Augen leuchten wie die eines Kleinkindes bei der weihnachtlichen Bescherung und seine Mienenspiel verrät, welchen Spaß er auf der Bühne hat.

Höhepunkt des Abends ist zweifelsohne ein Schlagzeug-Solo der besonderen Art. Ein Schlagzeug, aber zwei Schlagzeuger! Überall im Publikum sieht man ungläubige Gesichter, als Olaf Henning zusammen mit dem etatmäßigen Drummer das Schlagzeug bearbeitet. Der zum Schlagerrocker mutierte Schlagerbarde unterstützt den  etatmässigen Drummer bei einem gemeinsamen Solo das sich sehen lassen kann. Das sich hören lassen kann und das hoffentlich mit genau so viel Spielfreude auch bei der Tour im Programm bleibt!

Eine Tour auf die man sich freuen kann! Denn genauso wie der Schlagerrocker die Zeche Bochum gerockt hat, wird er auch die anderen Locations rocken!

Denn das ist „Alles was er immer wollte“!

Text & Fotos: Gerhard Wingender
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