Immer diese Schlager-Kleinkriege, die keiner will und keiner braucht. Hier mal ein Kommentar dazu.

Ich war am vergangenen Wochenende auf der wohl besten „Best of Popschlager„-Veranstaltung ever und hatte von dort auch Facebook-Live-Videos übertragen. Wie erwartet, gab es im Zuge des Videos von Michael Wendler wieder hetzige Diskussionen über das Für und Wider dieses Künstlers. Die Fanbase schreit für ihren Star, die Gegner dagegen. Und die Meinungen gehen da so weit auseinander, dass sich die beteiligten Personen wohl auch gegenseitig an die Gurgel springen würden, wenn sie sich gegenüber stehen. Doch zum Glück waren es nur Facebook-Kommentare. Was ist denn da nur los?

Gleiches Spielchen zum Thema Mike Bauhaus. Kaum war das Video live, gab es die ersten Hetzer. Wenn auch nur durch die Blume.

Das kann es doch nicht wirklich sein, oder? Es ist ja in Ordnung, wenn man zu dem ein oder anderen Künstler eine gewisse persönliche Distanz halten will, weil man sich mal an irgendeiner Stelle gegenseitig unbequem geworden ist, aber irgendwann muss doch auch mal gut sein. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich persönlich nur einmal ein persönliches Problem mit einem Künstler unserer Szene hatte, dieser aber in diesem Zusammenhang nirgends auftaucht!

Gerade wenn sich ein Michael Wendler durch seinen Dschungelcamp-Auftritt selbst nicht unbedingt einen Gefallen getan hat und RTL-Deutschland über ihn lachte, ihn als Wendlerin und Versager verspottete, muss doch genau diesem Menschen irgendwann auch die Chance gegeben werden, wieder ernstzunehmender Künstler sein zu dürfen. Denn genau das ist Michael Wendler. Er hat ohne Zweifel den deutschen Popschlager mitgeprägt und durch seine Musik – und ja, auch durch seine spezielle Persönlichkeit – überzeugt. Und sehen wir den Tatsachen mal glaskar ins Auge: Bei der Veranstaltung am Samstag hat Wendler die Hütte abgerissen. Wo er auftritt, ist er ein gern gesehener Sänger auf der Bühne und die Gäste feiern ihn ab. Das lässt sich auch mit persönlichen Befindlichkeiten, die der ein oder andere hat, nicht wegdiskutieren. Das ist numal so.

Ich habe die ganze Hetzerei gegen Mike Bauhaus in den vergangenen Monaten immer etwas verfolgt. Bei Facebook. Und ehrlichgesagt geht es mir so richtig auf den Sack. Bauhaus ist ein Sänger, der im Gegensatz zu vielen anderen dieser Branche, auch singen kann. Ich habe immer klargemacht, dass ich ihn als Sänger schätze und zu den ganz großen zähle. Das hat er am Samstag wieder eindrucksvoll bewiesen. Klar interessiert mich auch, wie sich ein Künstler privat gibt. Das gehört zum „Profi-sein“ irgendwie dazu, doch im Fokus steht die Qualität der Bühnenpräsenz.

Was ich am Samstag leider an mir selbst bemerkt habe, dass ich die jüngsten Songs von Mike Bauhaus, kenne. Nur leider sind die Titel in der Vergangenheit immer im negativen Zusammenhängen so breitgetreten worden, dass die Assoziation zu den Negativschlagzeilen dominiert. Das war auch der Grund, warum ich hier und heute mal meinem Frust Luft machen muss.

Es kann und darf nicht sein, dass sich Künstler (ich habe hier nur zwei als Beispiel genannt) über einen so langen Zeitraum mit uralten Negativ-Schlagzeilen rumschlagen müssen, nur weil der ein oder andere nicht bereit ist, dem betroffenen Sänger eine zweite (vielleicht auch eine dritte und vierte) Chance zu geben. Wenn jemand Fehler macht, dann darf man ihm diesen auch vorwerfen, ihn auseinandernehmen und sich darüber aufregen. Aber irgendwann muss man sich selbst auch mal eingestehen, dass so ein Profi-Sänger genauso ein Mensch ist, wie jeder andere auch, der Fehler macht und der Chancen bekommt. Ich will die Bibel mit dem „ersten Stein werfen“ garnicht erst aufzitieren.

Hört auf, Euch über die Stars aufzuregen. Kritisiert Fehltritte sachlich und fundiert und gebt den Menschen dann aber auch wieder die Chance, Künstler zu sein und ernstgenommen zu werden. Ärgert Euch nicht über Fehltritte anderer, denn es gibt einen schönen Spruch, den ich selbst auch immer beherzige:

An Ärger festzuhalten ist wie eine glühende Kohle in die Hand zu nehmen und nach jemandem zu werfen. Man verbrennt sich immer nur selbst.Buddha

Und noch was an die ganz großen „Möchtegern-Kritiker“, die jeden Tag von morgens bis abends schuften, um ihr Brot zu verdienen: Ein Michael Wendler verdient in 30 Minuten Auftritt mehr Kohle, als ihr in 2 oder 3 Monaten an Lohn bekommt. Manche arbeiten dafür sogar ein ganzes Jahr. Darüber kann ich dann auch immer schmunzeln.

Ich werde diese ganze Hetzerei bei Facebook nicht mehr mitmachen (egal wen es betrifft) und rigoros löschen oder ignorieren. Macht mit!

In diesem Sinne: Einfach mal nachdenken und Mensch bleiben!

Marc Wegerhoff

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