Über der Bühne im Kölner Palladium hängen drei weiße, geschwungene Leinwände. Sie sind mit Seilen untereinander verbunden. Wenn sie von den Scheinwerfern angestrahlt werden, erinnern sie ein wenig an die Takelage eines Segelbootes, das sich im strahlenden Sonnenschein seinen Weg durch das Meer bahnt.

Zu Beginn der Show zeigt die Leinwand einen goldenen Vorhang. Als dieser pünktlich um 19.30 Uhr virtuell zu Boden fällt, betreten Freddy Malinowski und Martin Hein in weißen Anzügen von links und rechts die Bühne. Im Hintergrund sieht auf der Leinwand das Backsteingebäude einer alten Fabrik.

Links oben prangert in großen Lettern der Schriftzug FANTASY und die Fans im Saal erkennen in dem Fabrikgebäude längst das Cover der aktuellen CD der beiden Schlagersänger.

Kaum kommen die beiden die 5 Stufen der Showtreppe herunter um näher bei ihren Fans zu sein, stehen die Ersten schon ganz dicht an der Bühne. Sie haben den beiden viermal für den Echo-Nominierten Geschenke mitgebracht. Es gibt unzählige Blumensträuße, Schokoladenherzen und auch Geschenke, deren Verpackung eindeutig auf etwas Trinkbares hinweist. Aber es gibt auch Päckchen, deren Inhalt das Geheimnis der beiden bleibt.

In Köln gab es ganz viele Geschenke für Freddy und Martin
In Köln gab es ganz viele Geschenke für Freddy und Martin

Für die Geschenke gibt es für diejenigen Damen die möchten auch ein jedesmal ein Bussi. „Kussi oder kein Kussi?“ fragt Martin. Als die junge Dame unentschlossen ist, fragt Martin: „Ist Dein Mann da? Nein? Dann Kussi!“

Die beiden vom Duo FANTASY sind wie gewohnt sehr gut drauf, machen Späßchen mit dem Publikum und bringen dieses häufiger zum Lachen, als es so mancher Kabarettist vermag. Es fällt auf, mit welcher Lockerheit die beiden Sänger ihr Programm präsentieren. Allerdings macht es ihnen das Kölner Publikum am heutigen Abend auch nicht besonders schwer.

Bereits beim ersten Titel wird fleißig mit geklatscht und auch getanzt.

Zumindest soweit es die Platzverhältnisse zulassen, denn das gesamte Palladium ist bestuhlt. 50 Reihen sind es von der Bühne bis nach ganz hinten in die letzte Reihe. 50 Sitzplatzreihen wie auf der Perlenschnur aufgefädelt und keinerlei Stehplätze. Noch zumindest…

Freddy von FANTASY
Freddy von FANTASY

Zur Freude des Publikums haben FANTASY auch noch zwei Familienmitglieder ins Programm eingebaut. Zunächst steht Tanja Lasch, die Frau von Martin auf der Bühne, nach der Pause singt Sandro, der Sohn von Freddy drei Songs. Beide begeistern das Kölner Publikum und dürfen erst nach einer Zugabe gehen.

Eigentlich sind die Sitzplätze völlig überflüssig. Die meisten im Publikum sitzen nur während der Anmoderation der Titel. Spätestens wenn die Musik beginnt sind alle wieder auf den Beinen.

Beim Titel „König der Nacht“ sind bunte Spiegelkugeln auf der Leinwand zu sehen. Das scheint viele im Saal an ihre alte Discotheken-Zeiten zu erinnern. Unabhängig vom teilweise schon recht fortgeschrittenen Alter werden die Arme hoch gerissen, geklatscht, gehüpft und getanzt. Das Publikum hat einen Heidenspaß.

Manch einer springt vor Begeisterung und Freude so hoch in die Höhe, dass man unweigerlich fragt, ob solche Glücksmomente die Inspiration für den Titel des neuen FANTASY-Albums „Freudensprünge“ waren?

Nach der Pause bleiben viele Sitzplätze dann leer. Aber nicht, weil irgendwer nach Hause gegangen ist. Nicht weil irgendwem das Konzert nicht gefallen hat. Nein!

Die Sitzplätze sind leer, weil die Gäste die Bereiche zwischen Stuhlreihen und Wand kurzerhand zu Stehplätzen umfunktioniert haben. So gibt es nun links und rechts einen Bereich mit Stehplätzen. Lediglich in der Mitte sind jetzt noch Sitzplätze, aber dort stehen sie auch!

FANTASY begeisterten Ihre Gäste im Palladium.
FANTASY begeisterten Ihre Gäste im Palladium.

Es ist eine gelungene Mischung aus alten und neuen Liedern die Freddy und Martin für die Freudensprünge Tour ausgesucht haben. Mit Titeln wie „Wenn Du mir in die Augen schaust“ oder „Du fehlst überall“ spannen sie einen Bogen vom aktuellen Album bis zu ihrem allerersten Album. Auswahl an möglichen Titeln haben die beiden Schlagersänger ja mehr als genug. Schließlich feiern sie bald ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum und wurden kürzlich erst für 800.000 verkaufte Alben ausgezeichnet.

Aber es wird nicht nur Party gemacht. Mit „Ist da irgendwo ein Engel“ haben die beiden auch etwas für die Romantiker im Programm.

Auf der Leinwand sieht man schneeweiße Wolken vor blauem Himmel, die zum träumen einladen. Freddy und Martin sitzen derweil auf den Stufen der Bühne und im Publikum werden romantisch bunte Blinklichter geschwenkt.

Und auch ganz speziell für die Köllner ist etwas dabei. Bei „Wenn die Sehnsucht nach mir in Dir brennt“ wird sich eingehängt und geschunkelt wie im Karneval. Das können die Kölner perfekt, darin sind sie geübt, denn in der Karnevalshochburg bekommt man das Schunkeln schon mit der Muttermilch in die Wiege gelegt.

Martin von FANTASY
Martin von FANTASY

Am Ende brechen dann alle Dämme und so stehen die Fans bei „Ein weißes Boot“ dann auch im Bereich zwischen Bühne und Sitzplatzreihe 1. Aber das stört niemand, denn sitzen tut schon lange niemand mehr.

Freddy und Martin gefällt es. Das sieht man ihnen an.

Als Fremder kommen und als Freund zu gehen“ sei „das Schönste für einen Künstler“ sagt Freddy und deswegen sei das heute für ihn „Eine Nacht im Paradies“.

Irgendwann fällt der virtuelle Vorhang dann wieder. Über die Leinwand läuft ein Abspann wie bei einem Kinofilm. Vom Lichtdesigner über den Toningenieur, bis hin zum Trucker, dem Reisekoordinator, der Tour-Begleitung und auch dem Veranstalter Semmel Concerts werden wirklich alle genannt, die zum Gelingen dieses schönen Konzertes beigetragen haben.

Im Herbst wird die Tour erfreulicherweise fortgesetzt. Dann stehen noch einmal 33 Städte auf dem Tourneeplan.

Und wer nicht bis Herbst warten will, dem sei die FANTASY Sommernacht empfohlen. Am 15.07. laden Freddy und Martin zu ihrem Open-Air in Aspach ein. Auch da gibt es sicher wieder viele Geschenke für die beiden Sänger und Freudensprünge im Publikum.

Text und Fotos: Gerhard Wingender

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