Stell Dich auf Dein Publikum ein. Aber auf eine ganz besondere Art und Weise. Mach es wie die großen Stars dieser Branche.

Du bist Künstler und hast es bei einem Deiner Auftritte sicher schonmal hautnah miterlebt. Du performst gut, der Großteil der Gäste feiert mit, aber einige Leute zwischendrin scheinen irgendwie gelangweilt, abgelenkt oder gehen weg. Kennst Du das?

In der Regel gibt es dafür eine einfache Erklärung, die ich Dir im Laufe dieses Beitrages erläutern will. Wie Du ja aus vorangegangenen Beiträgen von mir weißt, geht es bei Auftritten nie um Dich, sondern immer nur um die Gäste. Nicht DU bist der Star, sondern die Zuschauer sind es. Jeder einzelne. Und jeder einzelne will das auch so von Dir hören.

Natürlich nicht direkt, indem Du jedem persönlich die Hand schüttelst, sondern ganz einfach anders: Du sprichst jeden im Rahmen Deines Auftritts an. Das klingt komplizierter, als es tatsächlich ist.

Es gibt verschiedene Typen von Menschen und wie sie auf äußere Umstände reagieren. Für uns sind an dieser Stelle nur 3 unterschiedliche Menschentypen wichtig:

  1. der Auditive – Zuhörer
  2. der Visuelle – Zuschauer
  3. der Kinästhetische – Partyfreak

Was aus der Trainer- und Seminar-Branche reichlich bekannt ist, kann man quasi 1:1 auf unsere Szene und Deine Auftritte übertragen. Du hast in Deinem Publikum immer eine Mischung aus diesen o. g. drei Menschentypen, die Deinem Auftritt zuschauen. Jetzt liegt es an Dir, diese drei „abzuholen“ und in Dein Programm zu integrieren. Wie das geht, zeig ich Dir jetzt.

Der auditive Zuhörer

Du hast Leute in Deinem Publikum, die sind „auditiv“ gepolt. Diese Menschen können mit Tönen, Sprache, Musik, Geräuschen usw. vorzugsweise mehr umgehen, als z. B. mit Bildern. Auditive Zuhörer verlangen – und das funktioniert ganz unterbewußt -, dass Du mit Ihnen redest, ihnen Fragen stellst (auf die sie laut antworten können). Sie wollen Deine Songs hören, haben möglicherweise besondere Vorlieben bei starken Bässen usw. Auditive Zuhörer wollen Musik auf die Ohren! Damit können sie etwas anfangen.

Auditive Zuhörer haben spezielle Sprachmuster: „Hast Du gehört, dass…?“ oder „Ich habe mitbekommen, dass…“ oder „Der Song hört sich mal mega-gut an.“

Der visuelle Zuschauer

Wie der Name schon sagt, ist dieser Typ Mensch über die Augen am Besten zu erreichen. Visuell-orientierte Menschen wollen etwas sehen, Dich sehen, Deine Bühnenshow, Pyrotechnik, Tänzer / -innen, Deko, Luftballons, CDs, T-Shirts, was auch immer. Solange sie sehen können, dass auf der Bühne etwas passiert, sind sie zufrieden.

Du erkennst visuelle Menschen daran, wenn sie z. B. sagen: „Hey, ich hab letztens Künstler XY gesehen. Der sah ja mal wieder gut aus. Super Outfit angehabt.“ oder „Hast Du dies oder jenes gesehen?“

Visuelle Zuschauer hängen sich auch z. B. Autogrammkarten oder Poster an die Wand, damit sie ihren Star zu jeder Zeit sehen können. Oder sie machen Videos und Fotos von Deinen Auftritten, halten alles mit dem Smartphone fest.

Der kinästhetische Partyfreak

Dieser Typ Mensch braucht Bewegung, Aktion und Entertainment. Und er freut sich riiiiiesig über Giveaways wie z. B. T-Shirts oder CDs. Also etwas zum Anfassen. Kinästhetische Menschen sind diejenigen, die nach Aufforderung als erstes die Hände zum Klatschen nach oben nehmen und anfangen zu springen & zu tanzen.

Gleichzeitig sind das auch die Leute, die sich gern mit dem Künstler fotografieren lassen. Ihm/Ihr dabei nah sind, den eigenen Star vielleicht sogar umarmen oder die Hand schütteln können.

Im Beitrag darüber, wie Du Dein Publikum ab Sekunde 1 begeisterst, habe ich erwähnt, dass Du Dein Publikum mit Aktionen in Dein Programm integrieren sollst. Zum Beispiel, dass sie sich gegenseitig ein High-Five geben und und und. Die kinästhetischen Menschen sind die Ersten, die da mitmachen und davon begeistert sind. Sie liiiieben soetwas.

Was mache ich jetzt mit diesem Wissen?

Jetzt liegt es an Dir, diese drei unterschiedlichen Menschentypen in Deinem Auftritt zu berücksichtigen. Wenn Du Deine 45 Minuten planst und entwickelst, überlege Dir bestimmte Sätze oder Aktionen, mit denen Du alle für Deine Performance abholst.

Wichtig dabei ist, dass Du das einmal am Anfang tust, um alle Typen anzusprechen. Während Deines Auftritts bringst Du hier und da immer mal wieder verschiedene (vorgeplante) Dinge, mit denen Du die einzelnen Leute wieder aktivierst. Wenn sich ein Zuschauer / Zuhörer / Partyfreak immer wieder angesprochen fühlt, dann feiert er auch mit Dir zusammen.

Vergisst Du z. B. den kinästhetischen Partyfreak, sprichst ihn nicht an, holst ihn nicht ab, wird er langweilig rumstehen und Dein Programm geht an ihm vorbei. Animiere zu Bewegung.

Einen auditiven Zuhörer wirst Du niemals mit „Hände in den Himmel“ oder „klatschen, tanzen, hüpfen“ begeistern können. Ebenso wenig, wie den visuellen Typen. Letzterer findet es vielleicht toll, wie eine im Takt hüpfende Masse Menschen aussieht, ist glücklich Teil davon zu sein, lässt das aber lieber die anderen (kinästhetischen Partyfreaks) umsetzen.

Die drei unterschiedlichen Typen lassen sich mit Fragen, Musik und Aktionen wunderbar ansprechen und integrieren. Lass Deiner Phantasie da freien Lauf und plane (!!!) das im Detail vor. Das ist essentiell wichtig.

Auch wenn Du selbst in nur eine der Gruppen gehörst, Du hast immer alle drei Typen in Deinem Publikum. Also kümmere Dich auch um sie.

Du bist erstaunt, was für krasse Details auch im Schlager Wirkung zeigen und worauf man alles achten kann und muss? Nun, das sind die Geheimnisse der großen Stars. Die beherrschen solche Dinge in Perfektion.

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Viel Erfolg bei der Umsetzung
Marc Wegerhoff

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